Dokumentation Fachtagung

Berufliche Fachsprache – integriert und effektiv

Am 10. April 2018 fand die erste Fachtagung des Projekts AiS-Hessen in Frankfurt statt. Conrad Skerutsch, Geschäftsführer der mit der Projektumsetzung beauftragten FRAP Agentur gGmbH in Frankfurt, eröffnete die Veranstaltung und führte als Moderator durch die Tagung: Unter dem Motto „Berufliche Fachsprache – integriert und effektiv“ wurden die vielfältigen Facetten und Möglichkeiten, die die arbeitsintegrierte Sprachförderung in der Berufsausbildung bietet, einem ausgewählten Fachpublikum vorgestellt. Über 100 Akteure und Interessierte aus den Bereichen der beruflichen Bildung, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Politik sowie Kooperationspartner und Teilnehmende waren der Einladung gefolgt.

Bereits das Grußwort von Nicole Benthin (HMSI) bot einen fundierten Einstieg in die Thematik: Als Referentin für die Aus-, Fort- und Weiterbildung in den Pflegeberufen und Mit-Initiatorin von AiS-Hessen, erläuterte sie die Schwerpunktsetzung des Projekts, entstanden aus der dringlichen Bedarfslage angesichts des Fachkräftemangels in der Altenpflege. Daneben werde jedoch auch die Umsetzung der arbeitsintegrierten Sprachförderung in dualen Ausbildungsberufen angestrebt. Sie betonte die aus Vorprojekten bekannten Chancen, die dieses Verfahren für Lehrende und Lernende gleichermaßen bietet.

Projektleiterin Dr. Meta Cehak-Behrmann von der Fachstelle für berufsintegriertes Sprachlernen (FaberiS) stellte danach das Konzept und die wesentlichen Charakteristika der arbeitsintegrierten Sprachförderung vor. Die Ergebnisse nach dem ersten Jahr signalisierten, dass die Fortbildungen zu diesem Verfahren vom beruflichen Bildungspersonal sehr gut angenommen und die vermittelten Methoden als hilfreich im Umgang mit sprachlichen Lernthemen am Arbeitsplatz eingeschätzt werden.

Der anschließende Vortrag „Arbeitsintegriertes Lernen – Entwicklung, Formen, Kulturen“ von Prof. Dr. Peter Dehnbostel von der Technischen Universität Dortmund zeigte auf, welche Möglichkeiten das arbeitsintegrierte Lernen auch für den Erwerb sprachlicher Kompetenzen bieten kann – sowohl aus seiner Geschichte heraus als auch gerade mit Blick auf zukunftsorientierte Lernkulturen.

Im folgenden Programmpunkt konnte das Publikum dann einen Eindruck davon gewinnen, wie sich Sprachförderung unter unterschiedlichen Bedingungen integrieren lässt: Sechs Kurzfilme zeigten, wie Fachlehrkräfte und Ausbilder/-innen das Sprachlernen in ihre Ausbildungstätigkeit einbinden – sei es in der Metallverarbeitung, im Verkauf, in der Pflege oder im Wirtschaftsunterricht.

Im abschließenden Vortrag „AiS-Hessen aus Sicht der wissenschaftlichen Begleitung – Grundlagen und Design der Evaluationsstudie“ stellte Prof. Dr. Jörg Roche von der Ludwig-Maximilians-Universität in München das Vorgehen und die Ansätze der wissenschaftlichen Auswertung des Projekts vor.

Zum Ausklang nutzte das Publikum die Möglichkeit, auf dem „Marktplatz Integriertes Sprachlernen“ mit den Organisatoren und Dozent/-innen von AiS-Hessen ins Gespräch zu kommen und die Eindrücke des Tages an Info-Tischen im informellen Austausch zu vertiefen.

 

In Kürze finden Sie hier die Beiträge zur ersten AiS-Fachtagung:

Grußwort von Nicole Benthin (Hessisches Ministerium für Soziales und Integration)

Vortrag von Dr. Meta Cehak-Behrmann (Leiterin der Fachstelle für berufsintegriertes Sprachlernen)

Vortrag von Prof. Dr. Peter Dehnbostel (TU Dortmund)

Berufsintegrierte Sprachförderung in der Praxis (Kurzfilme)

Vortrag von Prof. Dr. Jörg Roche (LMU München)